Gerhard Zieseniß, der Verfassers der Broschüre „Alles geregelt?“, konfrontiert den Betrachter seiner mehr als 100 Seiten umfassenden Broschüre schon im Titel mit einer direkt und so unvermittelt gestellten Frage, dass man geradezu erschrickt. Denn wer kann schon die Frage guten Gewissens bejahen, wenn er gefragt wird, ob er „alles geregelt“ hat, wie das hier geschieht.

Doch schon nach wenigen Zeilen, wenn man im Vorwort die Hintergründe für diese folgenschwere Frage, eine Erkrankung des Verfassers, erfahren hat, weiß man, dass diese Frage zu recht gestellt ist, an jeden von uns, und man weiß auch, dass man sie im allgemeinen nicht mit einem überzeugenden Ja beantworten kann. Denn wer ist schon bereit, sich mit Fragen zu befassen, wenn es ihm gut geht, ob er für den Fall die „richtige“ Vorsorge getroffen hat, dass er schwer erkrankt oder Opfer eines Unglücksfalles wird oder ansonsten zu körperlichem oder intellektuellem Schaden kommt.

Solchen Fragen weicht man erfahrungsgemäß meist gern aus, denn bei den diesbezüglichen Überlegungen beginnt das letztlich nur hypothetisch Angenommene gleichsam Gestalt anzunehmen und einen Grad an Realität zu erhalten, dass man sich zu ängstigen beginnt und daher den sich daraus ergebende Konsequenzen entgehen möchte.

Gerhard Zieseniß zeigt uns in seiner Broschüre an eindrucksvollen Beispielen, so alltäglich sie letztlich zunächst sind, dass man im eigenen Interesse und im Interesse seiner Angehörigen den Gedanken auch an das letztlich Unvermeidliche, an Erkrankungen und Tod, nicht immer weiter aufschieben sollte, sondern dass man beizeiten Vorsorge treffen sollte für die Eventualitäten des Lebens. Und da geht es zunächst um ganz Banales, um ganz Alltägliches, das man kaum bedenkt, das aber beispielsweise für Hinterbliebene zur Crux werden kann, wenn sie gleichsam orientierungslos in vielen Angelegenheit sind, die im Falle eines Ablebens auf sie zukommen und die sie plötzlich – nicht selten unvorbereitet – regeln müssen. Oft fehlt ihnen dann die Übersicht und das Wissen zu vielen, weil es zuvor nicht einvernehmlich besprochen, bedacht oder geregelt worden war: die Versorgungsansprüche der Hinterbliebenen, die Ansprüche an die Beihilfe und Versorgungskasse, an Versicherungen und an andere Einrichtungen, die einem jetzt Hilfe und Leistungen schulden. Häufig fehlt auch die Kenntnis der Daten und Unterlagen, die man braucht, um Ansprüche belegen und geltend machen zu können.

Doch es sind nicht die mehr materiellen Fragen allein, die hier von Gewicht sind und die nach Antworten verlangen, wenn man sich deren Bedeutung gegenwärtig geworden ist. Es sind auch andere, scheinbar so einfache Fragen, beispielsweise, ob man ein Testament haben sollte oder nicht, und, wenn man diese Frage bejaht, wie die Erbschaft zu regeln ist und welcher Form die Bekundung dieses Willens situationsadäquat ist. Genügt ein privatschriftliches Testament oder empfi ehlt sich ein notarielles, oder ist ein gemeinschaftliches sinnvoll und geboten. Doch nicht allein diese mehr formalen Fragen drängen sich auf, auch die Fragen der Erbschaftsfolge sind nicht außer Acht zulassen und sie werfen manches Problem auf, wie man weiß.

Das Testament ist nur eine Art der „Vorausverfügung“ von den anderen Vorausverfügungen, denen viel Aufmerksamkeit zukommen sollte: die Betreuungsverfügung, die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung ist dementsprechend in dieser Broschüre viel und ausführlich die Rede. Und in der Tat: Sie alle erfordern genaue detaillierte Kenntnis der Regularien und der Verfahren, der Rechte und der Pfl ichten derer, die Vollmachten erteilen und derer, die sie zu befolgen und umzusetzen haben, vielfach im Widerstreit von Gefühlen und sachlich Gebotenem.

Zieseniß setzt sich mit diesen Vorausverfügungen detailliert und verantwortungsbewusst auseinander, und er gibt zahlreiche Erläuterungen und Hinweise, was jeweils zu bedenken und abzuwägen ist, auch, bevor man Vorausverfügungen dieser Art trifft. Dabei lässt er sich von dem Gedanken leiten, dass der Mensch das Grundrecht auf Selbstbestimmung hat, die sein Handeln bestimmen soll. Er weiß aber auch, dass „jeder Mensch vorübergehend oder auf Dauer die Fähigkeit verlieren kann, den eigenen Willen zu äußern, Entscheidungen zu treffen und Geschäfte abzuschließen“ und dass dann nahe Familienangehörige autorisiert sein sollten, Regelungen zu treffen, wenn der Betroffene selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Denn Zieseniß weiß auch aus eigener berufl icher Erfahrung, für „jemanden handeln kann nur der, der ausdrücklich dazu autorisiert ist, zum Beispiel durch eine Vollmacht oder Verfügung.

Der Verfasser belässt es nicht bei allgemeinen Hinweisen oder Erörterungen des Sachverhaltes, nicht bei Belehrungen theoretischen Charakters, er bringt zahlreiche beeindruckende Beispiele in schwierigen Situationen, er nennt die schwierigen Fragen, die für alle Beteiligten verbindlich niedergeschrieben und geregelt sein sollten und müssen.

Den mehr beispielhaft aufgeworfenen Fragen schließen sich ausführliche Betrachtungen an, die der Vorsorgevollmacht als der umfassendsten Vollmacht für Vorkehrungen gelten; weitere Ausführungen sind der Betreuungsvollmacht gewidmet, bevor Zieseniß letztlich zu der Verfügung kommt, die, wie schon die Bezeichnung zeigt, dem Menschen als Patienten in den Grenzfällen seiner menschlichen Existenz gilt.

Den Ausführungen in der Sache selbst sind zahlreiche Mustervordrucke eingefügt, die man auch direkt ausfertigen und zu seinen Akten nehmen kann. Des Weiteren ist die Broschüre so gestaltet, dass man viele Listen zu „persönlichen Daten“ der verschiedensten Art ausfüllen kann und sich somit eine eigene Übersicht und Datei von Daten schafft, die sich als unentbehrlich und in kritischen Momenten als besonders hilfreichen erwiesen dürften, nicht zuletzt, weil sie hier in einer ungewohnten Fülle zweckgeleitet zusammengestellt werden können.

Diese Broschüre ist somit ein zweckdienlicher und hilfreicher Leitfaden, der mit seinen zahlreichen Checklisten und zahlreichen Tipps systematisch hilft, alle wichtigen Unterlagen zu ordnen und die letzten Wünsche für Angehörige auffi ndbar aufzuschreiben. Auch rechtsgültige Muster der Verfügungen und Vollmachten sind in dieser Broschüre zahlreich versammelt, kurz, die Broschüre ist ein unentbehrliches Kompendium.

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