Vertrauensvolle Vertretung für den Ernstfall

Wie die Patientenverfügung, mit der sie nicht verwechselt werden sollte, so ist auch die Vorsorgevollmacht ein sehr persönliches Dokument. Aber sie sollte im eigenen und im Interesse nahestehender Menschen unbedingt gemacht werden. Wer es nicht tut, begibt sich unter Umständen in Staatshand.

Die Vorsorgevollmacht ist ein grundlegendes Mittel zur Selbstbestimmung und vor allem eine Frage des Vertrauens. In gesunden Tagen erteile ich einer oder mehreren Personen meines Vertrauens die Vollmacht, im Ernstfall in meinem Namen zu handeln. Nämlich dann, wenn ich in Folge einer schweren Erkrankung oder eines Verkehrsunfalls geschäftsunfähig bin und mich nicht mehr um meine Angelegenheiten kümmern kann. Der/die Bevollmächtigte/n entscheidet/n dann an meiner Stelle und in meinem Sinne.

Dies kann sich auf solche Bereiche erstrecken, wie etwa alle finanziellen Verpflichtungen oder die Gesundheitssorge. Eine Generalvollmacht, die sich auf alle Bereiche des Lebens bezieht, kann nur notariell erstellt werden.

Vorsorgevollmacht zum Ausfüllen

Wichtig: Die Vollmacht ist nur dann wirksam, solange der/die Bevollmächtigte/n sie im Original hat und bei Bedarf auch präsentieren kann. Liegt eine Vollmacht vor, muss das zuständige Amtsgericht keinen Betreuer bestellen. Dies tut es aber zwangsläufig, wenn eine hilflos gewordene Person keine Vorsorgevollmacht erteilt hat. Durch ein mögliches Gerichtsverfahren entstehen auch wieder Kosten; auch dies sollte bedacht werden.

Selbst die nächsten Angehörigen, Ehepartner und/oder Kinder, sind im Notfall nicht automatisch vertretungsberechtigt. Sie oder ein anderes Familienmitglied zu bevollmächtigen, ist allerdings häufige Praxis. Wer mag, kann aber auch einen guten Freund oder eine andere Person seines Vertrauens bevollmächtigen. Jedoch ist niemand verpflichtet, eine Vollmachtstätigkeit gegen seinen Willen zu übernehmen.

Andererseits sollte eine Vorsorgevollmacht auch niemals leichtfertig und „vertrauensselig“ erteilt werden. Denn anders als ein/e Betreuer/in unterliegt ein/e Bevollmächtigte/r nicht der gerichtlichen Kontrolle und könnte seine Befugnisse auch missbrauchen. Rechtsanwälte und Notare leisten bei der Errichtung einer Vollmacht kompetente Hilfe.