Was man will – und was nicht

Wer bei guter Gesundheit ist oder allenfalls ein paar harmlose Wehwehchen verspürt, vermeidet gern den Gedanken daran, dass es einmal schlagartig anders sein kann. Dass wir plötzlich nicht mehr Herr oder Frau unserer Sinne sind, nicht mehr selbst entscheiden können, was mit uns geschehen soll – oder eben nicht.

Jeder kann aus dem sprichwörtlich heiteren Himmel heraus in so eine Notsituation geraten, etwa durch einen tragischen Verkehrsunfall, einen Herzinfarkt oder eine Gehirnblutung. Wer auch dann nach seinen individuellen Vorstellungen behandelt werden möchte, sollte sich beizeiten, so schwer es sein mag, mit dem Aufsetzen einer Patientenverfügung befassen. Denn eine verbindliche und juristische Patientenverfügung verhindert, dass etwas gegen den ausdrücklichen Wunsch und Willen des Betroffenen passiert.

Gespräch mit dem Arzt über eine Patientenverfügung

Bei klarem Verstand und mit fachkundiger Unterstützung so eine Verfügung anzufertigen, empfiehlt sich auch im Hinblick auf schlimmstenfalls unheilbare Krankheiten. Möchte ich, dass alles medizinisch Mögliche getan wird, damit ich ein paar Monate länger leben kann, dabei aber vielleicht unerträglich leide? Möchte ich künstlich ernährt und beatmet werden? Wie soll die Schmerz- und Symptombehandlung erfolgen? Bin ich unter Umständen mit einer Organspende einverstanden? Dies alles und noch vieles mehr kann und sollte in einer Patientenverfügung festgelegt werden.

Allgemeine Anweisungen in Patientenverfügung nicht ausreichend

Der Ratgeber „Alles geregelt!“ enthält auch zu diesem Komplex der persönlichen Vorsorge Infos und Anleitungen. Darin wird auch dringend empfohlen, vor dem Abfassen der Verfügung mit dem ggf. einzusetzenden Bevollmächtigten/Betreuer und dem Arzt des Vertrauens zu sprechen. Auch die Überprüfung durch einen Rechtsanwalt und/oder Notar ist ratsam.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs reicht es nicht aus, nur zu sagen, dass man keine lebenserhaltenden Maßnahmen möchte (BGH, Beschluss v. 6. Juli 2016, Az. XII ZB 61/16). Auch allgemeine Anweisungen sind laut BGH nicht bestimmt genug, etwa ein würdevolles Sterben zuzulassen oder zu ermöglichen, wenn ein Therapieerfolg nicht mehr wahrscheinlich ist. Im entsprechenden Beschluss vom 8. Februar 2017 (Az. ZB 604/15) heißt es aber auch, die Anforderungen dürften nicht überspannt werden. Begründung: Nicht alle Krankheitsverläufe seien vorhersehbar.