Patientenverfügung mit Ergänzung aufgrund der aktuellen Corona-Situation

Liebe Leser*innen!

Viele von uns bewegen Gedanken über die „richtige“ Patientenverfügung aufgrund der Pandemie sehr. Oft werden wir gefragt, was in die Patientenverfügung (PV) eingetragen werden kann, wenn man bei einer Corona-Infektion anders behandelt werden möchte als bei einer anderen Krankheit.

Die Situation:

In Ihrer Patientenverfügung haben Sie vermerkt, dass Sie – falls Sie Ihren Willen nicht mehr frei bilden oder äußern können – nicht wiederbelebt oder beatmet werden möchten. Dies gilt für die dargestellten Situationen, wie sie auf der ersten Seite der PV beschrieben sind.
Falls Sie nun an Corona erkranken, und wiederbelebt werden müssten oder beatmet…, so haben Sie für diese besondere Situation vielleicht eine andere Meinung?
Dann legen Sie bitte einen handschriftlich formulierten Zusatz Ihrer Patientenverfügung bei!

 

Der Text könnte lauten:

Sollte ich an Corona/Covid-19 erkranken, so bitte ich für die Behandlung dieser Erkrankung um die bestmögliche medizinische Versorgung.
Dies beinhaltet auch Wiederbelebung und künstliche Beatmung.

Dies gilt ausschließlich für die Behandlung einer Corona/Covid-19 Infektion und ergänzt meine gültige Patientenverfügung vom __________________(Datum).

 

_____________________________                     ___________________________________________
(Ort, Datum)                                                 (Unterschrift)

Information zur steuerlichen Berücksichtigung von Bestattungskosten

Die Bestattung eines Verstorbenen kann sehr teuer werden. In bestimmten Fällen können die Kosten steuerlich abgesetzt werden. Die Voraussetzung hierfür ist, dass das Erbe geringer ist, als die Bestattungskosten. Davon muss natürlich auch ein etwaiges Sterbegeld abgezogen werden.

Beispiel:
Ein Mann stirbt und hinterlässt seiner Frau 5.000 €. Der Differenzbetrag wird in de Steuererklärung unter außergewöhnliche Belastungen angegeben. In welcher Höhe die Beerdigungskosten anerkannt werden, ist individuell verschieden und hängt von der zumutbaren Eigenbelastung ab. Zudem werden nur Kosten in einer angemessenen Höhe berücksichtigt. Die Angemessenheitsgrenze liegt derzeit bei 7.500 €. Abzugsfähig sind z.B. Kosten für das Bestattungsunternehmen, das Arzthonorar für die Leichenschau, die Gebühren für die Friedhofsverwaltung und die Gebühren für die Sterbeurkunde.

Quelle:  VAZ vom 12.09.2020

Vorsorgevollmacht zum Ausfüllen

Die Vorausverfügungen – Ein Überblick

Wenn Angehörige im Notfall entscheiden müssen

Liebe Leser*innen,

der folgende Beitrag des Deutschlandfunks beschäftigt sich mit den Vorausverfügungen, die Sie in unserem Ratgeber finden.

Schwere Unfälle, Schlaganfälle oder andere Erkrankungen können von einem Tag zum anderen alles verändern. Wie gelingt es rechtzeitig, für solche Situationen Vorsorge zu treffen? Betreuungs- und Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht spielen dabei entscheidende Rollen.

Frau Daniela Siebert gibt einen Überblick über die verschiedenen Verfügungen.

https://www.deutschlandfunk.de/vorsorgevollmacht-betreuungs-und-patientenverfuegung-wenn.697.de.html?dram:article_id=482517

Schreiben des eigenen Testaments

Selbstbestimmt bis zum Lebensende

Liebe Leser*innen!

Das Thema Patientenverfügung ist in Zeiten von Corona allgegenwärtig. Auch die Medien beschäftigen sich intensiv damit. Im April haben wir einen Beitrag des Deutschlandfunk Kultur hierzu verlinkt. Nun wurde im Deutschlandfunk (Dlf) das Thema „Selbstbestimmung bis zum Lebensende“ in einer Reihe erneut aufgegriffen.

Im Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht das Thema „Recht auf selbstbestimmtes Leben“ bekräftigt. Aufgrund von Corona ist das Thema in den Hintergrund getreten und wurde erst jetzt wieder in den Fokus gerückt. Die hier verlinkten Beiträge des Dlf aus dem August 2020 greifen das Thema selbstbestimmtes Sterben und Sterbehilfe auf, und setzen es dabei in religiöse Kontexte. Dabei wird auch auf den Sterbeprozess eingegangen, zu Wort kommen u.a. Sterbebegleiter.

Die buddhistische Meinung

https://www.deutschlandfunk.de/selbstbestimmt-bis-zum-lebensende-buddhismus-die-baendigung.886.de.html?dram:article_id=482829

Die katholische Meinung

https://www.deutschlandfunk.de/die-katholische-position-thierse-suizid-als-inbegriff-der.886.de.html?dram:article_id=483082

Vorsorgevollmacht zum Ausfüllen

Notfallverfügung als Ergänzung zur Patientenverfügung

Liebe Leser*innen,

In der Zeit des Corona-Geschehens kann es sinnvoll sein, eine Ergänzung zur Patientenverfügung zu haben. Diese Ergänzung kann eine Notfallverfügung sein. Dabei handelt es sich um eine kurze Anweisung für Ärzte*innen, die zu einem Notfall hinzugerufen werden. Das kann in einem Altenheim, Pflegeheim oder auch bei einem häuslichen Unfall der Fall sein.

Darin wird explizit gewünscht, welche Intensität einer ärztlichen Behandlung nicht erfolgen soll. Es kann geäußert werden, ob man wiederbelebt, in ein Krankenhaus eingeliefert oder intensivmedizinisch betreut werden möchte.

Gerade jetzt empfiehlt es sich daher, dass Sie sich mit Ihren Angehörigen, Vertrauten oder Vertrauenspersonen darüber austauschen was Sie wünschen, falls Sie von einem Notfall betroffen sind.

Sollten Sie Fragen haben, so können Sie sich gern an uns wenden, oder an Ihren Hausarzt oder an die ausgebildeten Experten der Beratungsvereine.

Die Notfallverfügung des Vereins Home Care Berlin e.V finden Sie unter: https://homecareberlin.de/ueber-uns/downloads/

Patientenwille in Zeiten von Corona – Diskussionsrunde zum Thema Patientenverfügung

Liebe Leser*innen!

In der Zeit des Corona-Geschehens empfiehlt unser Kanzleramtsminister, eine Patientenverfügung zu verfassen.
Daneben gibt es noch einige andere Möglichkeiten, um sich abzusichern, wie z.B. eine Notfallverfügung oder eine Vorsorgevollmacht.

Der Link zum Gespräch beim Deutschlandfunk gibt Ihnen die Möglichkeit sich weiterführend zu informieren und Expertenmeinungen zum Thema zu hören.

Ärzte, Rechtsanwälte, Betroffene kommen dabei zu Wort.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/audio-archiv.517.de.html?drau%5Bsubmit%5D=1&drau%5Bsearchterm%5D=Patientenwille&drau%5Bfrom%5D=&drau%5Bto%5D=&drau%5Bbroadcast_id%5D=254

Corona – Gehen Sie gut vorbereitet in die Krisenzeit

„Alles geregelt!“ kann Sie in dieser Krisenzeit unterstützen: Falls Sie in die Notlage kommen, ein Krankenhaus aufsuchen zu müssen, sollten Sie Ihren Ratgeber = Ihr persönliches Notfallbuch mit allen wichtigen Informationen mitnehmen.

Patientenverfügung – Vorsorgevollmacht – Betreuungsverfügung – Organspendeausweis – Notfallkontakte

Das sind in Krisenzeiten für Sie, Ihre Angehörigen und die behandelnden Ärzte die wichtigsten Informationen.

 

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Geeignete Kleidung für eine Beisetzung und Trauerfreier

Als Grundregel gilt, dass die Kleidung gedeckt und schlicht ist. Die Farbe Schwarz ist optimal, alternativ sind dunkle Farbtöne (grau, blau, braun) geeignet.

Wichtig ist eine pietätvolle, dem Anlaß angemessene, und damit zurückhaltende Kleidung. Daher empfiehlt es sich, auf auffällige Farben oder Muster zu verzichten.

Beispiele für Damenbekleidung

  • Dunkler Mantel/Jacke, Schal/Schultertuch, Handschuhe, ggf. Hut
  • Dezentes Kostüm oder Kleid, kniebedeckt, weiße Bluse, Strumpfhose.
  • Die Beine/Füsse sollten bestrumpft sein.
  • Alternativ Hosenanzug oder Pullover/Twinset zu Hose/Rock
  • Dezente Schuhe, flacher Absatz
  • Wenn, dann sehr dezenter Schmuck

Früher waren Hüte üblich, heute findet man das nur noch in manchen gesellschaftlichen Kreisen. Tiefe Ausschnitte, hochgeschlitzte oder kurze Röcke, oder schulterfreie Kleider sind nicht geeignet.

Beispiele für Herrenbekleidung

  • Dunkler/schwarzer Mantel/Jacke, Schal, Handschuhe
  • Anzug oder Hose und Jacke
  • Weißes Hemd, dunkle/schwarze Krawatte, ggf. dunkler/schwarzer Pullover
  • Dunkle/schwarze Strümpfe
  • Dunkle/Schwarze Schuhe

Beispiele für Kinderbekleidung

Hier kann man durchaus auf die Alltagskleidung zurückgreifen. Jeder wird Verständnis dafür haben, dass Kinder bis zum Teenageralter ihre normale Kleidung tragen, wenn sie einer Beisetzung oder Trauerfeier beiwohnen.

Ab dem Teenageralter sollte darauf geachtet werden, dass die Kleidung nicht bauchfrei, schulterfrei oder sehr kurz ist. Zerrissene oder auf Pofaltenhöhe getragene Hosen oder Sportbekleidung sind eher ungeeignet.

Bundesverfassungsgericht erklärt §217 StGB nichtig

Das Bundesverfassungsgericht hat am 26.02.2020 den §217 StGB nichtig erklärt:

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2019/bvg19-017.html;jsessionid=3DBB5F835835E32523746E2355C918DE.2_cid370

„Wir mögen seinen Entschluss bedauern, wir dürfen alles versuchen, ihn umzustimmen, wir müssen seine freie Entscheidung aber in letzter Konsequenz akzeptieren“. So beendete der Präsident des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) am Mittwoch seine Erklärung zur Nichtigerklärung von § 217 Strafgesetzbuch (StGB). Die Norm, welche die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellt, sei verfassungswidrig (BVerfG, Urt. v. 26.02.2020, Az. 2 BvR 2347/15; 2 BvR 651/16; 2 BvR 1261/16).

Mehr zum Thema

Legal Tribune Online

https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bverfg-2-bvr-2347-15-verbot-geschaeftsmaessige-foerderung-selbsttoetung-verfassungswidirg-selbstbestimmung-letzte-konsequenz/

Tagesschau, 26.2.20

https://www.tagesschau.de/inland/sterbehilfe-urteil-101.html

Witwenrente auch nach einwöchiger Ehe

Eine Dame heiratet in der letzten Lebensphase Ihren Partner. Ihr Mann stirbt kurz darauf. Ihr Antrag auf Witwenrente wird vom Rentenversicherungsträger abgelehnt.

Die Richter des Sozialgerichtes Heilbronn urteilen, dass der Witwe die Witwenrente zusteht, da es sich trotz sehr kurzer Ehedauer um eine Liebesheirat handelte.
Az. S 11 R 561/12

Quelle: Juris – das Rechtsportal
SG Heilbronn 11. Kammer | S 11 R 561/12
Urteil | Rente wegen Todes – Witwenrente – widerlegbare Vermutung – Versorgungsehe – kurze Ehedauer – Widerlegung der Versorgungsvermutung | § 46 Abs 2 SGB 6, § 46 Abs 2a SGB 6, § 202 SGG, § 292 ZPO